VisuleX Gallery for Photography

Ohne Kunst & Kultur wird’s still“ – diesem Statement schließe ich mich unbedingt an. Ich versuche Ihnen mit meinen Ausstellungen ein bisschen Lebensfreude zu bereiten und gleichzeitig unsere Künstler*innen in dieser für sie schweren Zeit tatkräftig zu unterstützen.

Da die Affordable Art Fair in Hamburg abgesagt wurde, beende ich dieses ereignisreiche Jahr mit der Gruppenausstellung FAVORITES II. Von meinen Künstler*innen zeige ich ganz neue Arbeiten und Lieblingsbilder. Beteiligt sind Nomi Baumgartl, Axel Beyer, Thomas Heinser, Hanno Kübler, Oliver Lieber, Carsten Rennecke und Steffen Ulbrich.

Gönnen Sie sich ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk zum Abschluss eines für uns alle extrem herausforderndes Jahr, welches wir zusammen gemeistert haben.

Wir sehen uns.

Motive:

First Snow - Nomi Baumgartl

Metamorphose - Fotocollage - Axel Beyer

West Marin - Luftaufnahme Brandung Pazifischer Ozean - Thomas Heinser

Liquid - Makroaufnahme - Carsten Rennecke

FAVORITES II
19.11.20  -  12.12.20

SPITZBERGEN - DER WILDE NORDEN

Spitzbergen, die nördlichste bewohnte Insel der Arktis und bis 1920 Niemandsland, gleicht dem „Wilden Westen“: unberührte Natur, verlassene Minen und Geisterstädte, Bewohner aus aller Herren Länder, der Kampf um Bodenschätze und … Frauenmangel. Allerdings geht die Gefahr hier nicht von Bösewichten aus. Hungrige Eisbären machen das Tragen von Gewehren zur Pflicht.

Stephan Hering-Hagenbeck, ehemaliger Geschäftsführer des Tierparks Hagenbeck in Hamburg und jetzt alleiniger Geschäftsführer des Tiergartens Schönbrunn in Wien, hat im Sommer 2010 eine Forschungsexpedition zur Inselgruppe Svalbard – so der norwegische Name Spitzbergens - begleitet. Auf seinen Reisen zu den entlegensten Orten unseres Planeten beschäftigt sich der 52-jährige promovierte Biologe mit der Anpassung von Tieren an ihren Lebensraum. Dabei nutzt er die Situation für herausragende Landschafts- und Tieraufnahmen. 2009 wurde er mit dem B.A.U.M Umweltpreis ausgezeichnet.

In seiner ersten Einzelausstellung erzählen die Aufnahmen von Hering-Hagenbeck von der archaischen Urgewalt der Landschaft, der Tierwelt und den Eingriffen des Menschen auf seiner Suche nach Rohstoffen – und der Ausbeutung der Natur. Riesige Gletscher, baumlose Steinwüsten ­farbig angehaucht durch Moose und Flechten – sehr steile und spitze Bergformationen, die der Insel ihren Namen gaben, aber auch stumpfe, „geschundene“ Berge sind auf seinen großformatigen Fotos zu sehen. Walrosse, Eisbären, und eine prächtige Vogelwelt beleben dieses Eiland.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist die russische Enklave Barentsburg, das Gegenstück zur Hauptsiedlung Spitzbergens, dem „modernen“ Longyearbyen. Die Ähnlichkeit zu verlassenen Westernstädten drängt sich auf. Obwohl der Kohlebergbau vermutlich eher ein Alibi als ein profitables Unterfangen ist, hat Russland großes Interesse an einem Stützpunkt auf Spitzbergen.

Svalbard steht unter norwegischer Verwaltung und Gesetzgebung. Bürger aller Signatarstaaten des 1920 unterschriebenen und fünf Jahre später in Kraft getretenen Spitzbergen-Vertrages haben jedoch freien Zugang, Aufenthaltsrecht und das Recht zur wirtschaftlichen Nutzung.

Der Streit um Bodenrechte hat sich durch die Klimaerwärmung verschärft. Die Folgen des Klimawandels sind in der Arktis besonders drastisch. Das zurückweichende Meereis ermöglicht neue Handelsrouten und so verkürzte Transportzeiten. Die eisfreien Gewässer erlauben Zugang zu gewaltigen Bodenschätzen unter dem Meeresboden. So wird die Arktis zur politisch umkämpften Arena.

Stephan Hering-Hagenbeck

Spitzbergen - der wilde Norden
30.09.20  -  30.10.20

SEHNSUCHTSORTE

Derzeit kann vermutlich jeder ganz mühelos die Orte aufzählen, die ihm besonders fehlen. Zu den Erfahrungen, die jeder Einzelne in diesen Tagen aus den Covid-19 bedingten Einschränkungen sammelt, gehören auch die nun nicht mehr selbstverständliche Reisefreiheit und die nicht mehr bestehende Verfügbarkeit vieler geschätzter Urlaubsorte.

Wenigstens können wir uns visuell in andere, neue Erlebnisräume und Landschaften versetzen lassen. Und erfreulicherweise gibt es auch wieder einen Ort, der uns das Thema „Sehnsuchtsorte“ aus verschiedenen Perspektiven präsentiert. Die aktuelle, ganz kurzfristig ins Programm gesetzte Ausstellung der Galerie Visulex stellt derzeit die drei Künstler Nomi Baumgartl, Marcus Schwier und Steffen Ulbrich aus. Ausgangspunkt der Ausstellung war die Bitte der Galeristin Vivian Laux-Eggert an drei ihrer Künstler, jeweils Motive auszusuchen, die sie mit dem Titel „Sehnsuchtsorte“ verbinden. Eine spannende, assoziative Gruppenausstellung hat sich hieraus entwickelt, werden doch drei ganz unterschiedliche Ansätze zum Thema gezeigt.

So präsentiert die Münchner Fotografin Nomi Baumgartl ihre Glücksmomente von den Inseln Bahamas und Hawaii. Ihre intensiven Schwarzweiß-Aufnahmen leben von dem Zusammenspiel von Wasser, Wellen und intimer Porträtfotografie.

Bei dem in Varel lebenden Fotografen Steffen Ulbrich sind es menschenleere Strände, die er auf den Nordsee Inseln in seiner typischen Bildsprache festhielt: genau komponierte Motive mit vielschichtigen Farbflächen in heiterer Atmosphäre.

Der Düsseldorfer Künstler Marcus Schwier ist mit einer Auswahl aus gleich zwei Serien vertreten. Die senkrecht nach unten aufgenommenen Gruppenbilder von entspannt auf grünem Rasen picknickenden Menschen sind in ihrer Bildgestaltung höchst ungewöhnlich. Darüber hinaus zeigen die vor wenigen Jahren entstandenen Motive der Serie „Case Studies“ umso mehr, was uns derzeit an Spontaneität und Geselligkeit fehlt.

Das Sehen und vor allem das Gesehen werden thematisiert Schwier in der Serie „CTRL-Strg“: der unbeschwerte Besuch touristischer Hotspots erscheint durch den gleichen Blickwinkel wie Überwachungskamera verdächtig. Diese Perspektive lässt den Betrachter vielleicht gleich schon weiterdenken, wie unsere Urlaubsreisen wohl zukünftig aussehen werden und mit welchen Kontrollen wir uns weiter arrangieren müssen.

Die Ausstellung „Sehnsuchtsorte“ bringt verschiedene Sichtweisen zusammen: zum einen die unbeschwerten Momente und bildstarken Eindrücke, die wir uns im Urlaub wünschen, zum anderen aber auch die Nachdenklichkeit über die Fragilität dieser uns bisher so selbstverständlich erscheinenden Freiheiten. Vor allem aber lädt die Galerie-Präsentation dazu ein, eigene Assoziationen zu entwickeln und dabei die Bildserien der drei Künstler mit den eigenen Sehnsuchtsorten zu vergleichen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

 

Nomi Baumgartl | Marcus Schwier | Steffen Ulbrich

SEHNSUCHTSORTE verlängert
14.05.20  -  01.08.20

“Bebra ist überall.” Zukunftsforscher  Matthias Horx 1987

In der Arbeit „Bebra Curiosa“ von Axel Beyer ist nichts, wie man es erwartet. Kleinbürgerliche Architekturen und Interieurs gehen ineinander über und verbinden sich zu einem Raum, in dem jegliches Gefühl für Größenverhältnisse und perspektivische Zuordnung außer Kraft gesetzt ist.
In der nordhessischen Kleinstadt Bebra fand Beyer das fotografische Ausgangsmaterial für seine Kompositionen. Spielerisch setzt er diese Elemente zu neuen Räumen zusammen. In „Bebra Curiosa“ wird die Welt zum Modell, zu einem Miniaturwunderland, das die Wahrnehmung herausfordert und den Kosmos Kleinstadt zeigt - mitsamt seiner Kuriositäten und seinem ganz speziellen Charme.

Axel Beyer ist Gewinner des GEORG KOPPMANN PREISES für Hamburger Stadtfotografie 2019.

 

Axel Beyer

Bebra Curiosa
06.03.20  -  02.04.20

Zum 90 Geburtstag von Horst Janssen

DIALOG | Nomi - Janssen

Horst Janssen (1929-1995) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Zeichner und Grafiker des 20. Jahrhunderts. Zu seinem 90. Geburtstag zeigt die Galerie VisuleX Aufnahmen der renommierten Fotografin Nomi Baumgartl mit Szenen aus dem Leben des Künstlers. Diese faszinierenden Einblicke in das private Refugium aus dem Jahre 1984 ermöglichen einen authentischen Zugang zu Janssens egozentrischen Genie. Sie werden in Verbindung mit Selbstportraits, seltenen Zeichnungen und Grafiken aus dem Depot der Galerie und Verlag St. Gertrude gezeigt.

 „Hier hast du also meine Visage…“ schreibt Janssen in seinem Vorwort zum Bildband Nomi | Janssen.

Die international renommierte Fotografin Nomi Baumgartl konnte 1984 Horst Janssens Vertrauen gewinnen. Sie begleitete ihn fotografisch über Wochen hinweg in seinem Blankeneser Refugium, seiner „Burg“ – wie er sein Atelier und zu Hause. Entstanden sind zarte, fast schon intime Bildserien von Horst Janssen. In diesen ist er zum einen ganz er selbst, zum anderen inszeniert er sich aber auch vor der Kamera mal als kindlicher, mal als charmanter Mann und mal als androgynes Wesen. Überraschend sind auch die ihn umgebenden Dinge, die einen starken Bezug zu seinen Bildern erkennen lassen. Hervorzuheben ist dabei vor allem das Motiv der „vanitas“, der Vergänglichkeit.

Nomi Baumgartl, Jahrgang 1950, lebt in Murnau am Staffelsee und arbeitet weltweit an ihren Projekten. Ihr Lebenswerk ist, Verbindungen und komplexe Zusammenhänge zu zeigen: Von Mensch, Tier und Natur, Ozean und Erde - eine Hommage an die Schöpfung. Zahlreiche Publikationen, Veröffentlichungen in Magazinen und Büchern, Filme, Ausstellungen und Auszeichnungen zeugen von ihrer erfolgreichen internationalen Karriere. Für ihre herausragenden Porträtarbeiten wurde sie als "Biografin mit der Kamera" ausgezeichnet und erhielt verschiedene Fotobuchpreise, z. B. für ihr Fotobuch über Horst Janssen.

Horst Janssen gilt als einer der herausragendsten und produktivsten Zeichner und Grafiker des 20. Jahrhunderts. Er studierte zwischen 1946 und 1951 in der Klasse von Alfred Mahlau an der Kunstschule Hamburg. Hier lernte er das genaue Betrachten und Hinsehen („Ich bin nur ganz Auge“). Bald jedoch löste er sich von der exakten Darstellung der Wirklichkeit, ohne dabei die Gegenständlichkeit innerhalb seiner Arbeiten aufzugeben.

Wohl kaum ein zweiter Künstler hat sich derart obsessiv dem Genre des Selbstportraits gewidmet. Über 1000 Selbstbildnisse hat er hinterlassen - nicht aus Selbstverliebtheit, sondern als Bestandsaufnahme seiner Befindlichkeit.

„Es gibt keinen Künstler, der sich so schonungslos zeichnete, zeigte.“ Hans Brockstedt

Die Vernissage ist am Dienstag, 8. Oktober 2019 um 19 Uhr.

Nomi Baumgartl / Horst Janssen

DIALOG | Nomi - Janssen
09.10.19  -  07.11.19

 

Eine Ausstellung im Rahmen 100 Jahre Bauhaus und Hamburger Architektur Sommer 2019

Es gab einen Aufschrei als das sogenannte „Gängeviertel“ am Valentinskamp in Hamburg 2012 abgerissen werden sollte. Aber was waren die Gängeviertel? Diese Elendsquartiere, die Brutherde für die Cholera Epidemie von 1896, mitten in der Hamburger Innenstadt waren einzigartig in Deutschland und eine Herausforderung für die Stadtplaner um Fritz Schumacher.

Andreas Feininger, Bauhaus Architekt, Fotograf und Sohn von Lyonel Feininger, lebte und arbeitete 1929 bis 1931 in Hamburg. Anhand einer Auswahl seiner Originalfotos aus dem Zeppelin Museum, Friedrichshafen und Aufnahmen anderer zeitgenössischer Fotografen, wird die Wohnungsbausubstanz um 1930 mit Schwerpunkt Gängeviertel gezeigt.

Diese ausgewiesenen Sanierungsgebiete wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sukzessive abgerissen, um hygienisch einwandfreien Wohnraum zu schaffen. So sind die Fotos Feiningers Zeugen einer vergangenen Zeit und vermitteln einen Eindruck der damaligen Wohnverhältnisse von Arbeitern, die Fritz Schumacher in Hamburg und Gustav Oelsner in Altona grundlegend erneuerten.

 In Zusammenarbeit mit der Fritz-Schumacher-Gesellschaft und der Gustav-Oelsner-Gesellschaft wird das revolutionäre Konzept von „Licht, Luft und Sonne“ des sozialen Wohnungsbaus der „Moderne“ anhand von Siedlungslageplänen und Architekturmodellen dargestellt. Die beiden Gesellschaften werden Material zum Thema „Moderne und der soziale Wohnungsbau“ für die Ausstellung in der Galerie beisteuern.

Portraitaufnahmen von Andreas Feininger sind sehr selten, deshalb sind die ausgestellten Aufnahmen der bekannten Fotografin Nomi Baumgartl zur Biografie des Künstlers eine Rarität. Sie sind die letzten des Fotografen, der stets im Dienste seiner Schwarzweiß-Fotografie stand. Über viele Jahre befreundet, sind diese Aufnahmen 1989 in New York und in seinem Studio in Connecticut entstanden.

Information zum Begleitprogramm finden Sie auf visulex.net.

Andreas Feininger | Nomi Baumgartl

Andreas Feininger: Die Hamburger Gängeviertel
09.05.19  -  27.06.19

Art of Water - Faszination Wasser: lebenserhaltend | bedrohlich

Vernissage: Donnerstag 21. März, 19 Uhr

Zerstörerisch wie lebenserhaltend fasziniert und beschäftigt Wasser die Menschheit in seinen wechselnden Erscheinungsformen seit jeher. Weil Wasser in unserem Alltag allzu selbstverständlich ist, erkennen viele nicht mehr seine existentielle Bedeutung ­­- Voraussetzung für jede Form von Leben. Dieser Stoff wird erst wahrgenommen, wenn zu viel oder zu wenig vorhanden ist. Gerade jetzt, in Zeiten des Klimawandels, der einerseits zu Wasserknappheit und andererseits zu Stürmen sowie Überflutungen führt, ist Wasser ein brisantes Thema.

Die Photographie als Medium versteht es besonders gut, die verschiedenen Formen dieses Naturstoffes festzuhalten. Die Ausstellung erzählt von der Vielgestaltigkeit dieses Elements, von bizarren Eisbergen, schäumenden Wellen, zarten Tautropfen und umhüllenden Nebel, um die Wertschätzung in unserem täglichen Umgang mit Wasser wiederherzustellen.

Künstler: Nomi Baumgartl, Hanno Kübler, Steffen Ulbrich, Sylvia von Bukow, Marcus Schwier, Carsten Rennecke, Thomas Heinser

ART OF WATER
22.03.19  -  13.04.19