Jens Goethel Kunstvermittlung

Soft Opening  Dienstag 20. April 2021 | 16 - 21 Uhr 

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch (gerne mit Anmeldung)!

Bitte beachten Sie die aktuellen Vorschriften zu Covid 19 

 

Fabrik der Künste | Kreuzbrook 10–12 | 20537 Hamburg

Di bis Fr  15–19 Uhr | Sa und So  12–18 Uhr 

 

Mit einer assoziativen Wahrnehmung, einer unglaublichen Sensibilität hört Ulrich Jenneßen auf sein Material, hört solange zu, bis er seine mögliche künstlerische Verwendung verstanden hat. Da steckt eine große Liebe zu Material, zu verbrauchten Dingen drin, die andere gar nicht sehen oder als nutzlos und überflüssig übergehen. Und hört man dann die Geschichten, die er zu jedem seiner Bilder oder Skulpturen erzählt, die langen Wege und Prozesse, bis sich die Dinge so ergeben, ihren Platz im künstlerischen Arrangement finden, wie er und das Holz oder Stein, die Farbe es für angemessen halten, dann erahnt man etwas von der Intensität dieser Auseinandersetzung. 

In seiner aktuellen Ausstellung zeigt der Hamburger Künstler Ulrich Jenneßen 23 Arbeiten, die den in der globalisierten Welt verkapselten Menschen in den Mittelpunkt seiner Aussage rücken. Digital bearbeitet überraschen seine auf Büttenpapier gedruckten Prints in ihrer farblichen Unmittelbarkeit und formalen Ausschnitthaftigkeit. Klassisch akademisch ausgebildet, manipuliert der Künstler unter Einsatz aller Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung seine von der Emotion gesteuerten Ideen. Spuren von Jenneßens künstlerischen Experimenten in den Genres Fotografie, der Malerei werden als fotografische Vorlage für den weiteren Kreationsprozeß verarbeitet. In dem Anliegen, sich den Problemen der Zeit zu widmen, stehen seine neu entstehenden Formwelten der technischen und faktenorientierten Welt gegenüber. 

Gesetze der klassischen Bildkomposition werden in Jenneßens ‚multiforms’ mit Absicht völlig durcheinander gebracht, um Gefühltes besser sichtbar zu machen. Großen optischen Reiz üben die dramatische Liniengefüge, sattleuchtenden Farbfelder und Formationen aus einzelnen Pixeln seiner medialen Arbeiten aus und stellen ganz neue Anforderungen an die Wahrnehmung. 

Neben aller künstlerischen Raffinesse will der Künstler aufmerksam machen auf den von immer mehr äußeren Einflüssen abhängigen Menschen, mit den Folgen von Globalisierung und allgemeiner Weltbeschleunigung in Konflikt stehend, sich von seinen eigenen Bedürfnissen entfremdend. 

Ulrich Jenneßen

WANDEL
20.04.21  -  02.05.21

Eröffnung  Mittwoch 9. Mai 2018 | 19 Uhr 

 

Jazz-Konzert  Franco Ambrosetti  & Vladyslav Sendecki

Donnerstag 10. Mai 2018   20 Uhr 

Fabrik der Künste | Kreuzbrook 10–12 | 20537 Hamburg

Di bis Fr  15–19 Uhr | Sa und So  12–18 Uhr 

 

 

»Das Leben an sich ist fantasievoller als die Menschen«, sagt Marcello Togni, seit mehr als 20 Jahren Fotograf in den Straßen von Paris. Er hält das Alltägliche, Zufällige mit der Kamera fest, besser könnte es nicht inszeniert werden. Togni ist der diskrete Beobachter an der Hausecke, im Szenelokal, hinter den Autos, am Schaufenster oder vor den abgerissenen, übermalten Plakaten, die in der fortschreitenden Veränderung, Übermalung oder Zerstörung durch Wind, Wetter und Menschen zu neuen Motiven werden.

Paris – seit jeher die Stadt der Verliebten, die Stadt der Philosophen, Literaten, Künstler, Musiker, Architekten, Modedesigner und Bohémiens. Eine internationale Metropole mit Menschen jeglicher Couleur aus aller Herren Länder. Pulsierendes Leben in den Quartiers mit den unendlich vielen Cafés, Restaurants, Bars, Galerien, Museen und Geschäften. Marcello Togni ist der Suchende im Fluss der Großstadt. Hinter jeder Ecke wartet Neues, Unbekanntes, Spannendes, Lebendiges. Eine Übereinstimmung von Fotografie und Musik.

 

Auch der Jazzmusiker weiß nicht genau, was kommt – die nächste Note, die nächste Melodie, der nächste Akkord, das nächste Solo. Er baut auf die musikalischen Strukturen, die seinem Solo unterliegen, er spürt den Rhythmus und die Energie. Der Trompeter drückt die Ventile seines Instruments, der Fotograf den Auslöser.

Der Jazz und die Großstadt – hier die Kunstform, da der Lebensraum, in dem diese Kunst- form blüht. Bei Marcello Togni wird beides zur »Songcity«. Wenn Fotografie und Jazz
im Rahmen der Ausstellung »Urban Moments« in der Fabrik der Künste in Hamburg aufeinandertreffen, dann ist das eine Familienangelegenheit. Franco Ambrosetti ist der Stiefvater von Marcello Togni. Mit ihm kommt ein international bekannter Jazztrompeter zum Konzert in die Hamburger Fabrik der Künste. In Lugano als Sohn des Schweizer Industriellen und Jazz-Saxofonisten Flavio Ambrosetti geboren, hatte Franco Ambrosetti zwei Karrieren im Blick: die des Unternehmers und die des Jazz-Musikers. Er hat sich nicht für das eine oder das andere entschieden, sondern für beides. Seine Kreativität und die Kunst der Improvisation haben ihm stets den Weg durch seine Aufgaben als Firmen-Chef und als Jazzmusiker geleitet.

In der Fabrik der Künste wird Franco Ambrosetti (Swiss Jazz Award 2018) am Piano begleitet vom polnischen Pianisten Vladyslav Sendecki, der seit mehr als 20 Jahren der NDR Bigband angehört. Er wird bei dieser Gelegenheit auf einem Steinway SPIRIO Flügel spielen. 

Marcello Togni

»Urban Moments«
10.05.18  -  21.05.18

Eröffnung am Mittwoch 10. Mai 2017 um 19 Uhr

Solokonzert von Joachim Kühn am

Donnerstag 11. Mai 2017 um 20 Uhr  |  Eintritt 

Fabrik der Künste | Kreuzbrook 10–12 | 20537 Hamburg

Di bis Fr  15–19 Uhr | Sa und So  12–18 Uhr 

 

»Noten bestimmen mein Leben. Ich konnte Noten lesen, bevor ich Worte lesen konnte. Bei meinem ersten Konzert war ich sechs Jahre alt, ich spiele seither Konzerte und habe noch nie ein Jahr ausgelassen. Platten mache ich seit 1963,
also seit mehr als 50 Jahren. Mein Lebenstraum hat sich somit erfüllt,
sagt Joachim Kühn, einer der profiliertesten Jazzmusiker Europas.

2011 wurden die Brüder Rolf und Joachim Kühn mit einem Echo Jazz für ihr Lebenswerk ausgezeichnet, 2012 erhielten Joachim Kühn und die hr-Bigband den Echo Jazz für das Bigband-Album des Jahres. 2014 folgte eine weitere Echo Jazz-Auszeichnung für Joachim Kühn als »Instrumentalist des Jahres National / Piano«. 

Gerade wurde bekannt: 2017 gewinnt Joachim Kühn für sein Album »Beauty & Truth«, für das er gleich zweimal nominiert war, den Echo Jazz mit seinem New Trio in der Kategorie »Ensemble des Jahres national«. Der Echo Jazz wird am 1. Juni im Rahmen einer Gala-Veranstaltung auf dem Werftgelände von Blohm + Voss in Hamburg verliehen.    

Beziehungen zu unterschiedlichsten Musikern in vielen verschiedenen Ländernder Welt und beständig neue musikalische Zusammenhänge sind stetige Inspira­tionsquellen für den kompromisslosen Pianisten, der aus Leipzig stammt, in Hamburg, San Francisco, Los Angeles und Paris gelebt und vor 25 Jahren auf Ibiza ein Zuhause gefunden hat.

Zur Malerei kam Joachim Kühn durch den Jazz-Schlagzeuger Daniel Humair. Der nahm ihn Mitte der 1980er Jahre mit in die Museen und Galerien von Paris und brachte ihm unterschiedliche Kunst-Strömungen nahe. Das Licht auf Ibiza war dann der letzte Auslöser für Joachim Kühn, selbst zu Pinsel, Farbe und Leinwand zu greifen. Ein Licht, das sich in fast jedem seiner Bilder manifestiert. Bilder, die aus sich heraus strahlen und in denen sich immer wieder die Noten finden, die das
Leben des 73-jährigen Künstlers bestimmen. Kühns Malerei ist entstanden, als er gerade mal nicht am Klavier saß – manchmal auch nachts auf seiner Terrasse.

 »Noten oder ein Bild – beides sind Kunstwerke für mich. Ich male abstrakt, das ist mein Kunstgeschmack, aber ich bin eigentlich offen für alles«, sagt Joachim Kühn.

Die Malerei ist seine zweite Leidenschaft. So wohnt den abstrakten Schöpfungen in Farbe, Komposition und Struktur viel Kraft und Poesie inne. Die Werke werden in einer großen Ausstellung erstmalig in Hamburg gezeigt – eine Präsentation in der Fabrik der Künste, in deren Rahmen Joachim Kühn sowohl im Talk als auch im Konzert als Musiker und Maler gewürdigt wird.

Joachim Kühn

Schönheit und Wahrheit
11.05.17  -  21.05.17

Jakob Roepkes  (lebt in Berlin) serielle Bildtafeln erinnern in ihren suggerierten Narrationen an Votivtafeln und Schaubilder von bisher Ungezeigtem. In  ihrer scheinbaren Eindeutigkeit verleiten sie durch Anspielungen und Deja-Vues zum Weiterspinnen von  unerzählten Geschichten.

Tiere und Menschen durchspielen als Protagonisten der fiktiven Szenenbilder psychische Realitäten und mögliche Einstellungen zur Wirklichkeit .

Die Tiere sind dabei Verkörperungen von Affekten, sind rätselhafte Totems, erhabene Archetypen, deplazierte Störer und animalische Wiedergänger. 

Jakob Roepke

mit + ohne Tiere - Bildtafeln und Reliefs | LOFT VIII
31.03.17  -  28.04.17

Mit 13 Jahren steht Suzanne Levesque auf der Bühne und singt. Während ihre Stimme vor sich hinwackelt, hört sie, wie eine Dame hinter der Bühne urteilt: ‘Suzanne steckt voll in der Mutation.‘

Ein Satz, der ihr mit einem Mal bewusst macht, was da gerade mit ihr geschieht: Eine Verwandlung. Wie bei Kafka. Nur vielleicht sogar noch absurder.

 In der Ausstellung ‘LOLLYGAG’ behandelt Suzanne Levesque diese Phase der ‘Mutation’ in subtilen Portraits kinderähnlicher Wesen und einer Installation aus Mikromomenten.

 Beobachten und Beobachtetwerden gehört zu den großen Themen der New Yorker Künstlerin - doch diesmal wird jeder Blick noch heimlicher und verstohlener. Ihre Figuren sind in die Pubertät geraten - und der Betrachter entkommt keinem der damit verbundenen Gefühlen: Veränderung, Entfremdung, Einsamkeit aber auch Komik.

Suzanne Levesque

LOLLYGAG | LOFT VII
30.09.16  -  02.12.16

Seit der frühesten Jugend und seiner erlebten Flucht in einem Schiffsbauch hat es Bodo Baumgarten immer wieder hingezogen zum Meer, der Ostsee, zu den wechselnden Stimmungen der Gewässer von allen Tages- und Jahreszeiten. Die Atmosphäre des Wassers und seiner Umgebung hat der Künstler durch die verschiedensten Mittel einzufangen versucht: die Zeichnung, die Öl- und Aquarellfarbe, die gefaltete und manuell geformte Pappe und das Papier. Immer stärker gingen über den jahrelangen Schaffensprozess hinweg die Materialien bei der Bildfindung miteinander eine Verbindung ein.

In der aktuellen Ausstellung zeigt Bodo Baumgarten eine ganze Fülle an klein- und großformatigen Werken, die allesamt vom Meer erzählen. Es sind viel eher Objekte, die sich in großer erzählerischer Poesie im gesamten Raum ausbreiten und untereinander in Kommunikation treten, auch wenn jedes einzelne Werk für sich zu stehen vermag. An seinen Wohnorten Paris, Köln und Hamburg beobachtet der Künstler die stark strömenden und sich immer wieder biegenden Flüsse, die Zubringer des Meeres, die Menschen in Verbindung mit dem Wasser und an dessen Ufern. Nicht jedes Motiv wird direkt vor der Natur erarbeitet, manche Idee verselbständigt sich später im Atelier. Koloristisch ergeben sich immer wieder Neufindungen wie im Wasser und im Leben an sich bleibt nichts so wie es ist, alles ist in steter Bewegung und Verwandlung begriffen.

Auf eine lange Schaffenszeit kann Bodo Baumgarten zurückblicken, doch hat er sich immer wieder neu erfunden. Erfahrungen aus allen früheren Entwicklungsstufen fließen in seine heutigen Arbeiten mit ein. Längst haben sich Bodo Baumgartens malerische Werke aus den gängigen Formaten gelöst, werden selbst zu einzelnen Objekten.   Beeinflusst von ihrem Umraum stellen sie in Gesamtinstallationen Synergien her oder bleiben für sich allein. In der motivischen Darstellung hat sich der Künstler immer weiter von der klassisch akademischen Bildanlage von Perspektive und Horizont entfernt.

Der ehemals als Professor an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken tätig gewesene Bodo Baumgarten hat vergangene Theorien von Minimal Art oder der Konkreten Kunst, in deren Kontext seine raumgreifenden, Ideen visualisierenden und auf sich selbst reduzierten Objekte entstanden waren, hinter sich gelassen. Es bleiben in seiner Kunst die beschwingten Rhythmen ungezwungener Fabulierfreude, nicht durch das naturalistische Nachempfinden von Erlebtem, sondern durch die Neukonstruktion. Gewonnene Einsichten in Raum- und Lichteffekte reliefartiger Körper oder wuchtig raumgreifender Installationen bringt der Künstler in seine heute entstehende Kunst mit ein. In seinen Bildern vom Meer wird die Wirkung der Farbe in ihrer gegenständlichen Plastizität in den Schaffensprozess miteinkalkuliert und den dem Bildträger zugefügten weiteren Materialien gegenübergestellt. Wie zu einem atmosphärisch aufgeladenen Stillleben formen sich Bodo Baumgartens Erinnerungsstücke nach der Natur, seine papier collés bilden einen eigenen Bildkörper, formen einen eigenen Kosmos, in den der Betrachter miteintauchen kann.

Bodo Baumgartens Werke finden sich in öffentlichen Stiftungen und Sammlungen, darunter der Hamburger Kunsthalle.

Dr. Annette Baumann

Bodo Baumgarten

mehr Meer | LOFT VI
21.07.16  -  17.09.16