“China. Real?”
Mit Schwergewicht auf die erste Dekade des neuen Jahrtausends zeigt die Ausstellung
unterschiedliche Richtungen der aktuellen chinesischen Kunst. Hierbei wird deutlich, wie die Künstler den politschen und sozialenWandel reflektieren, aber auch der Erwatungshaltungdes westichen Kunstbetriebes z.T. entsprechen.
Namhafte Künstler wie Feng Zhengjie, Liu Ye, Pu Jie, Wang Guangyi, Xue Song, Zhao Bo, Zhang Gong, Zhang Xiaogang und Zhou Chunya sind ebenso vertreten, wie einige
junge Künstler.
Mehr als 60 Gemälde und Grafiken sind zu sehen
Die Ausstellung umfasst den aktuellen Bestand der Galerie mit ca.
60 Originalen und 80 signierten Editions-Drucken von über 50 zeitgeössischen
Künstlern der Jahre 1999 –2009.
Diese Ausstellung ist mit wechselnden Hängungen bis zum Sommer terminiert
und zeigt typische Entwicklungen der chinesischen Gegenwartskunst.
Eine Terminvereinbarung ist bitte erforderlich
Sie erreichen uns unter 040-482942
oder info@artchina-gallery.de
Alle drei Künstler leben und arbeiten in Beijing, sind zwischen 37 und 44 Jahren alt und haben mit Ausstellungen in Europa und New York bereits internationale Erfolge gefeiert.
Markenzeichen von Liu Fei (geb. 1964 in Nanjing) sind die kahlköpfigen, fröhlich provozierenden jungen Frauen in der Studentinnenkleidung der 20er Jahre. Deren damalige Progressivität stellt der Maler bewusst in Zusammenhang mit dem heutigen Wandel in China, wo es damals wie heute um das Aufbrechen gesellschaftlicher Normen und starrer Traditionen geht.
Die optische Uniformität (Kleidung, Glatze) steht in schroffem Gegensatz zum individuellen Ausdruck der Frauen, in denen sich der Wunsch nach Veränderung spiegelt.
Shen Jingdong (geb. 1965 in Jiangsu) war ursprünglich Künstler beim chinesischen Militär.
Aber an Stelle heroisch verklärter Soldatendarstellungen tritt in seiner Serie „Heroes“ eine Armee ganz normaler Helden des Alltags, deren Uniformen ihre jeweiligen Berufe bezeichnen. Der Eindruck von Prototypen wird durch das Fehlen jeglicher individueller Merkmale verstärkt; fast meint man, Playmobil-Figuren vor sich zu haben. Mit diesen ebenso überraschenden wie humorvollen Porträts gelingt dem Künstler eine intensive Reflektion des Wandels in der chinesischen Gesellschaft.
Zhang Hui (geb. 1969 in Yinchan) lässt in ihren Bildern puppenhafte Protagonistinnen auftreten, deren anachronistischer Kleidungsstil Verwirrung schafft. Die „Beijing Wawas“ (so nennt Zhang Hui den von ihr geschaffenen Charakter) muten mit ihrem Stilmix aus Anzügen, Tanzkleidern und Accessoires unterschiedlichster Epochen ebenso vertraut wie absurd an. Ihre überdimensionalen kindlichen Köpfe erinnern an japanische Mangas, doch ihre Frisur ist typisch chinesisch. Oft in Grautönen gemalt, strahlen die Beijing Wawas Einsamkeit und Verletzlichkeit aus, aber auch einen gewissen Trotz, sich nicht der nüchternen Erwachsenenwelt anpassen zu wollen.
Zhang Hui vermittelt uns einen Eindruck von den Widersprüchlichkeiten, denen sich die jungen Mädchen in den heutigen chinesischen Metropolen ausgesetzt sehen.






